Vierzehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3088

Michael Marcus Thurner verrät im Interview mit Roman Schleifer zwei Easter Eggs aus Band 3088 und ob Gucky nicht doch hätte sterben sollen.

Zitat: »Sein Leben war meist ein Spiel gewesen. Warum sollte er nicht um sein Leben spielen?«
Da drängt sich bei dir als Tekeners Mörder die Frage auf: Ist Gucky der bessere Spieler als Tek?

Dieser Vergleich ist meiner Meinung nach nicht passend. Tekener war der taktische Spieler, der Trickster. Gucky ist von seiner Prägung her ein verspieltes Wesen. Das sind zwei sehr verschiedene Dinge.

Du erwähnst die Mausbiberhölle. Woran glaubt Gucky eigentlich?

Hm. Schwer zu sagen. Ich mach mir immer wieder Gedanken zum Thema Religion/Spiritualismus bei PERRY RHODAN allgemein. Aber bei Gucky bin ich echt überfragt. Noch. Danke für die Anregung.

Zitat: »Du hast keine Ahnung, wie bedeutsam die Zusammenhänge zwischen deinem Volk und der Existenz des Lebens an sich sind.«
Die Frage nach der Existenz weiterer Ilts begleitet die Serie seit Urzeiten. Sollte rein dramaturgisch Gucky je auf weitere Ilts treffen? Was meinst du?

Das ist er ja in Band 3088, oder?
Ganz ehrlich: Ich würd es ihm absolut vergönnen. Aber vom erzählerischen Standpunkt her ist eine tragische Figur wesentlich interessanter als eine, deren Wünsche und Träume in Erfüllung gehen. 

(Um ein kleines Geheimnis zu verraten: Ich hatte Gucky ursprünglich ein noch stärkeres Interesse an der Post-Yllit namens Daidra angedichtet. Ich hab das nach Rücksprache mit der Redaktion wieder abgeschwächt. Es wäre aus mehreren Gründen nicht passend gewesen.
Da war halt der Wunsch Vater des Gedankens.)

Wäre dann nicht der Mythos erledigt?

Das ist die Gefahr, richtig.

In dem Band entledigt ihr euch ziemlich unspektakulär der Schmerzensteleportation. Was ist der Grund, dass ihr das so profan macht?

Naja, die meisten Lösungen im Leben sind recht profan. Ich denke, das ist in Ordnung so. 

Ohne dem Shitstorm nach Guckys Tod wäre Gucky 16 Wochen tot gewesen, um dann zurückzukehren. Wie schade findest du, dass sich zumindest die Leser der sozialen Medien um diesen »Gag« gebracht haben?

Ich glaube, wir alle schätzen die sozialen Medien und ihre Wirkung immer noch falsch ein. Nicht jeder ist immer gleich gut informiert. Es gibt die nativen Bewohner des Internets, die alles immer wissen. Die haben dieses Gucky-Thema von Anfang an begleitet, haben darüber mitdiskutiert und sind quasi im Dialog mit dem Verlag gestanden. Aber ich seh auf FB, Instagram, dem Forum etc. auch immer wieder Leute, die nur einen Teil dieses »Aufruhrs« mitbekommen haben. Weil sie eben nicht andauernd im Internet herumstromern und diese Sache ganz anders miterlebt haben.

Ich möcht hier nicht weiter über S/M theoretisieren. Ich hab den »Shitstorm« auf jeden Fall sehr interessiert beobachtet und was draus gelernt.   

Aus der Distanz betrachtet: Hätte man »Gucky« töten sollen?

Das stand nie zur Debatte.

Du erwähnst den Sprayer Puber, der sich auf Wiener Gebäuden mit seinem Schriftzug verewigt hat. Wie viel Spaß machen dir solche Anspielungen?

Das sind so die kleinen Freuden des Autorendaseins. In diesem Teil des Romans war ich sehr frei von Vorgaben und hatte viel Platz, mich auszutoben. Und da kann man solche kleine Vignetten schon mal unterbringen. 

Zur Info für all jene, denen der Name »Puber« nix sagt – und das sind wohl alle PERRY-Leser außerhalb Wiens: Puber ist ein Schweizer, der jahrelang und wahnhaft seinen Namen überall an Häuserwände draufgekritzelt hat. Es ging um einige hundert Graffitis. Er wurde erwischt und saß einige Zeit in U-Haft, bevor er in die Schweiz zurückkehrte. Die Geschichte ist noch länger, er hatte später eine weitere Freiheitsstrafe in Wien abzusitzen.

Es gibt übrigens noch mindestens ein zweites »Easter Egg« in PERRY RHODAN 3088, und zwar das cairanische Schiff mit dem Namen HELBALDERIS. Darin verpackt ist der Hinweis auf einen sowjetischen Eishockeyspieler namens Helmuts Balderis, einen der besten Cracks seiner Zeit. Er hat eine höchst interessante Geschichte. 

Der Shenpadri stellt in Aussicht, dass eines Tages die Biokörper ein Weiterleben ermöglichen. Würdest du das nutzen?

Klipp und klar: Nein.

THORA samt Besatzung und Atlan sind geklont. Haben die auch seine Ritteraura geklont?

Hm …

Wenn du den Zyklus rückwirkend betrachtest … welche Lehren hast du für den Minizyklus »WEGA« gezogen?

Da kann man keine Vergleiche ziehen. Wir reden von einem Zwölfteiler mit einer vergleichsweise einfachen Struktur und Handlung – und von einer Endlosserie mit einem Zyklus, der auf 100 Bände ausgelegt ist. Der aber auch Elemente beinhaltet, die aus früheren Zyklen mit reinspielen und die auf die Romane ab Band 3100 ausstrahlen. 

Die Spekus der Fans im Forum, dass der Zyklus in der Vergangenheit im Solaren Imperium spielt, bewahrheiten sich lt. Presseaussendung ja nicht. Die Handlung des Zyklus ist in der Gegenwart angesiedelt. Wann genau?

Sie ist im Zeitraum angesiedelt, der zwischen Band 3099 und Band 3100 liegt.

Kannst du uns schon mehr zur Serie verraten? Auf der HP heißt es, die Expos seien schon fertig …

Fake News! Es sind schon Expos fertig, aber längst noch nicht alle. 

Leo Lukas hat dich für sein Buch »Mörder Quoten« konsultiert. Wie fandest du es?

Wir haben bloß zu Beginn ein bißl über Inhalte gesprochen, mein Beitrag zum Buch ist verschwindend gering. 

Ich hab das Buch mittlerweile gelesen und find es sehr leolukasisch. Tolle Figuren, viele spannende Nebenstränge und -geschichten. Und Leo beschreibt ein Wien, wie ich es kenne. Klarerweise spreche ich eine absolute Kauf- und Leseempfehlung aus. 

Dem stimme ich zu. Auch ich fand das Buch höchst unterhaltsam und lehrreich. Werde mit ihm dazu auch noch ein Interview machen …

Michi, danke für deine Zeit.

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Dreizehn Fragen an Oliver Fröhlich zu seinem Band 3087

Oliver Fröhlich verrät im Interview mit Roman Schleifer, welcher Teil des Romans aus dem Expo stand und welcher von ihm und wie Kalendersprüche in den Band eingeflossen sind.

Der Untertitel deines Bandes lautet »Die Geschichte des Bergs – der zu den Sternen reisen wollte«. Das ist wohl der philosophischste Untertitel eines PR-Romans. Oder fällt dir ein ähnlicher ein?

Ich kann mich spontan an keinen erinnern. Ich will mich allerdings nicht mit fremden Federn schmücken. »Der Berg, der zu den Sternen reisen wollte« war tatsächlich der im Exposé vorgeschlagene Romantitel. Für einen groß und dick gedruckten Romantitel wäre das dann aber doch zu lang gewesen. Mir hat er aber so gut gefallen, dass ich ihn zumindest in den Untertitel retten wollte.

Dieser Berg … wieso erfahren wir nie, wer das wirklich ist?

Das hat verschiedene Gründe. Der schlichteste: Es stand nicht im Expo, ich weiß es also selbst nicht. Das finde ich aber gar nicht schlimm, wenn in der Chronik einer Superintelligenz große Lücken klaffen. Das bewahrt das Geheimnisvolle an einem solchen Wesen, das Un(be)greifbare. Hätte es wirklich einen Mehrwert, wenn wir wüssten, dass es sich um einen parabegabten Raumfahrer aus dem Volk der Mugatoren namens Gönk Trözzkütter handelt? Ich könnte jetzt natürlich behaupten, dass ich den Verlag gebeten habe, die komplette Geschichte erzählen und auch die ganzen anderen Lücken füllen zu dürfen, dass der Verlag aber abgelehnt hat, weil ihm das Honorar für 74.324.902 Manuskriptseiten mehr zu viel gewesen wäre, ganz abgesehen von der Logistik, so ein Heft zu drucken, auszuliefern und in die Romanständer am Kiosk zu stellen. Außerdem wäre der Leser womöglich nicht bereit gewesen, den dadurch nötigen, um etliche 100.000 Euro geringfügig höheren Kaufpreis zu bezahlen. Ja, das könnte ich behaupten, fürchte aber, dass du es mir nicht glauben würdest.

Ich hatte das Gefühl, dass dir der Roman leichtgefallen ist. Stimmt das?

Das stimmt, zumindest ab einem gewissen Punkt während des Schreibens, nämlich dem, in dem ich das Expo für mich geknackt hatte.

Und was war der Grund, dass er dir leichtgefallen ist?

Der Grund ist, dass ich das Expo für mich geknackt hatte.
Als ich es zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich: »Wow! Was für ein klasse Expo.« Ich stieß trotzdem ziemlich schnell auf ein Problem, das zumindest ich als solches angesehen habe: Davon abgesehen, dass Aipu die Geschichte von HATH’HATHANG erzählt, gab es kein gemeinsames Thema der einzelnen Superintelligenz-Episoden und der Gegenwartshandlung. Bis mir die Idee kam, die Gegenwartshandlung aus der Sicht des TARA-Psi zu schreiben, und ich mich fragte, wie es einem menschlichen Bewusstsein in einem Roboterkörper wohl gehen könnte. Er muss sich als ziemlicher Außenseiter fühlen, dachte ich mir. Und als ich plötzlich erkannte, dass es den einzelnen Figuren, durch deren Augen wir HATH’HATHANG begleiten, genauso ergangen sein dürfte, war das übergreifende Thema plötzlich da. Ab diesem Augenblick ging das Schreiben wie von selbst. Nun ja, von den üblichen Selbstzweifeln des Autors mal abgesehen …

Du hast ein paar Zitate aus unserer Realität eingebaut. Bist du ein wandelndes Zitatelexikon oder musst du dafür im Netz suchen?

Das möchte ich mit einem anderen Zitat eines unbekannten Urhebers beantworten: Google ist dein Freund.

Zitat: »Schweigen konnte so viel mehr bedeuten als das bloße Fehlen von Worten.«
Kann das auch als Kritik an den sozialen Medien verstanden werden?

Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Gemeint habe ich es auf jeden Fall nicht so.
»Ich mag ihn/sie, weil ich mich so gut mit ihm/ihr unterhalten kann.« Diese »Definition« von Freundschaft habe ich in meinem Leben immer mal wieder gehört. Und sich gut unterhalten zu können, ist sicherlich auch wichtig. Ich glaube aber, dass eine Freundschaft erst dann so richtig tief ist, wenn man gut zusammen schweigen kann. Wenn man also zusammensitzt, ohne etwas zu sagen, und trotzdem ist die Stille nicht unangenehm und keiner hat das Bedürfnis, die Stille mit Worten zu füllen.

Zitat: »Wer immer in die Vergangenheit schaut, bekommt irgendwann einen steifen Hals und kann den Blick nicht mehr in die Zukunft richten.«
Wie geht’s dir? Bist du rückwärtsgewandt oder zukunftsorientiert?

Dieses Zitat zeigt, wie gut es wirklich um meinen Zitatenschatz bestellt ist. Denn tatsächlich wollte ich an dieser Stelle eigentlich ein Zitat bringen, das ich vorher auf einem Kalenderblatt gelesen hatte. Ich kannte es bis dahin nicht, fand es inhaltlich aber sehr schön.
Es heißt: »Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.«
Bevor ich es verwendete, wollte ich sehen, von wem dieser kluge Spruch stammt. Also habe ich die Weisheit des Internets befragt (Du erinnerst dich? Google ist dein Freund.) und dabei zwei Dinge herausgefunden. Erstens stammt das Zitat von Henry Ford. Zweitens ist es (obwohl ICH es nicht kannte) offenbar bereits so ausgelutscht, dass man es beispielsweise in einem Bewerbungsschreiben besser nicht verwenden sollte. Also hab ich schweren Herzens darauf verzichtet, es zu benutzen, und mir etwas eigenes ausgedacht.
Wie es mir geht? Keine Ahnung. Ich hab immer mal Verspannungen und einen steifen Hals. Ob das mit Rückwärtsgewandtheit zu tun hat? 

Und … wenn du dir die Unsterblichen ansiehst … wie ist deren Einstellung?

Die Klügsten unter den Unsterblichen greifen auf ihre reichen Erfahrungen der Vergangenheit zurück, um in der Gegenwart das zu tun, wovon sie sich für die Zukunft die positivsten Folgen versprechen.

Zitat: »An Bord befand sich angeblich ein ES, das auf seiner Wanderschaft eine Rast einlegte.« Jetzt hast du da leider keine Zeitangabe … das kann ja nur innerhalb der Zeitschleife von ES gewesen sein, oder?

Ist es nicht das Schöne an solchen kurzen Erwähnungen, dass sie die Phantasie anregen und einem kühne Theorien ermöglichen? Ich finde schon. Und deshalb will ich dir das nicht kaputt machen, indem ich diesen Augenblick genau datiere.

Wenn du deinen Sallu Brown-Roman und diesen hier vergleichst … wo siehst du da die Unterschiede im Schreiben für dich?

Der Hauptunterschied ist, dass der Expo-Auftrag beim ersten Roman lautete: »Erzähl die Geschichte von Sallu Brown.« In diesem Roman lautete er: »Erzähl die Geschichte von HATH’HATHANG.« Verstehst du, wie ich das meine? Im ersten Roman waren die Lebensabschnitte von Sallu im Expo vorgegeben. Er war zwangsläufig die Hauptfigur. Ich musste die Geschichte nur noch mit Sallus Wesen ausfüllen. 
In diesem Roman war der TARA-Psi zwar als eine der Figuren aufgeführt (einfach deshalb, weil er in dieser Szenerie in den Vorbänden dabei war), ihm war aber keine besondere Rolle zugedacht. Deshalb bin ich auch dankbar für den Zufall, dass er im Expo überhaupt vorkam, weil mir das ermöglicht hat, mich noch einmal mit einer Figur auseinanderzusetzen, die ich im ersten Roman sehr gemocht habe.

Die Cairaner sind in Bezug auf Diebstahl von anderer Technik ja die besseren Terraner. Sollten ihnen auf dem Gebiet die Terraner Respekt zollen?

Ich bin mir gar nicht mal so sicher, ob es tatsächlich Diebstahl ist, was die Cairaner da tun. Denn sie bekamen die Technik ja ausgehändigt, haben damit aber nicht getan, was sie tun sollten. Ist das dann Diebstahl? Oder eher Unterschlagung? Oder schlicht ein Vertragsbruch? Oder eventuell nicht mal das?
Wenn man es als Diebstahl betrachten will, glaube ich nicht, dass die Terraner ihnen Respekt zollen sollten. Denn Diebstahl ist verboten. Das tut man nicht. Und man respektiert nicht diejenigen, die es besser tun als man selbst. 
Außerdem: Den Cairanern sind die Techniken ja in den Schoß gefallen. Sie mussten nichts allzu Gewieftes, Respektwürdiges tun, um die Technik zu bekommen. Sie mussten sie schlicht behalten, anstatt sie zu vernichten.

Was wünscht du dir vom folgenden »Chaotarchen«-Zyklus?

Dass meine Pläne für die nächsten zwei Jahre nicht wieder durch die unterschiedlichsten Umstände torpediert werden, und dass ich es deshalb hinbekomme, wieder etwas häufiger darin vertreten zu sein.

Welches Thema sollte auf jeden Fall vorkommen?

Irgendwas mit fremden Planeten. Und vielleicht Raumschiffe. Ja, Raumschiffe wären schön.
Im Ernst? Ich habe da volles Vertrauen in die Expo-Redaktion und lass mich von ihnen auf die weitere Reise führen, wie jeder Leser es tut. Nur dass ich die nächsten Etappen dieser Reise ein paar Wochen eher kenne als die Leser. Ansonsten lasse ich mich gerne überraschen.

Olli, danke für deine Zeit.

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Zehn Fragen an Arndt Ellmer zu seinem Band 3086

Arndt Ellmer verrät im Interview mit Roman Schleifer, welchen Unsterblichen er durch die Hintertür in die RHODAN-Serie eingeführt hat und welche Stärken das aktuelle Expo-Team hat.
Außerdem sucht er zwei Fanzines vom SFCU.

 

Arndt, du bist in die RHODAN-Erstauflage im Jahre 1983 eingestiegen, ich nutze daher das Interview gleich für einen kleinen Rückblick.
Auf einer Skala von 0 bis 10, wobei 10 das Optimum ist, wie leicht fällt es dir, in die Geschichte in den Expos einzutauchen?

8 – 10. Tauchen war immer eine meiner Lieblingsdisziplinen. Bei den Exposés fällt es mir nach über 200 Romanen leicht. Und Routine hilft viel.

Was war das witzigste Expo?

Schwer zu sagen bei so vielen Romanen. Das Expo zu Band 1182 hat mich zu einem heiteren Roman über die Blues animiert.

Was das traurigste?

Weiß ich nicht.

Und was war das am schwierigsten umzusetzende?

Arcoana 1614/1615. Da habe ich ideenmäßig aufgedreht. Die Kollegen mit den Nachfolge-Doppelbänden (Robert und Ernst) haben ganz schön geschwitzt.
Und: „Kleiner Stern von Chattria“. Das war ein Frauen- oder Familienroman.

Du hast über viele Figuren geschrieben – welche davon ist die besonders gut in Erinnerung?

Myles Kantor, den ich durch die kalte Küche in die Handlung geschleust habe. Er war nicht geplant. Und was ist aus ihm geworden!
Myles als Kind hatte ein wenig Ähnlichkeit mit Aipu heute.

Mit welchem der Unsterblichen (kann auch schon bereits verstorben sein) würdest du gern frühstücken gehen?

Mit Ernst Ellert. Und mit Tek.

Du blickst auf viele Expo-Autoren zurück. Was ist die Stärke von Monti/Hartmut?

Wer hat mich das kürzlich schon mal gefragt?
Im Unterschied zu früheren „Gespannen“ schreiben die beiden eine kohärentere und harmonischere Handlung. Die Exposés kommen bei mir im Kopf leichter an. Und wenn man den Kopf frei hat, schreibt man freier/besser.

Dupa Emuladsu will nicht am Trajekt der Cairaner mitmachen, sondern sich zurückziehen. Als Ziel gibt sie das Sternenlabor Simdua oder die Zeitsenke von QUEN an. War das Namedroping für eine zukünftige Handlung?

Es war Namedropping. Simdua wurde schon mal erwähnt. Ob QUEN eine Rolle spielen wird, weiß ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht. Es ist anzunehmen.

Für den Roman musstest du die Vorbände genau lesen. Nimmst du da das Expo oder die Manuskripte?

Ich nehme immer beides. Ich lese die Exposés und dann die Romane. Ich drucke sie aus und stecke sie in Klemmbinder. Dann geht es gemütlich und entspannt.

Wann dürfen wir den nächsten Roman aus deiner Tastatur lesen?

Bei RHODAN weiß ich es noch nicht. Der Plan für den neuen Zyklus ist noch nicht raus. Derzeit macht meine Tastatur die Korrekturen gescannter Texte. Da gibt es viele alte Sachen, die nur noch schwer eingelesen werden können. Ich bereite das Buch „Arndt Ellmer – Frühwerke“ vor. Alles Texte aus dem „Pleistozän“ der SF, also meist unveröffentlichte Sachen.
Derzeit suche ich noch die Fanzines Stardust 4 und 8 vom SFCU aus den Jahren 1983/84. Lesbare Fotokopien der beiden Storys von mir würden mir reichen. Wenn mir da ein Leser/in weiterhelfen kann, bitte melden.
Meine E-Mail-Adresse ist bekannt?: ellmermail@aol.com

Arndt, danke für deine Zeit.

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Stellaris 77 – Fragen an Gerhard Huber

Mit STELLARIS 77 schrieb Gerhard Huber seine zweite STELLARIS-Story. Er ist aber nicht nur Autor, sondern auch Zuständig für die Live-Leseberichte in der STELLARIS-Facebook-Gruppe. Da er verständlicherweise seine eigene Story nicht kommentierten möchte, bin ich ausgerückt und ausnahmsweise seinen Job zu übernehmen. Dabei entstanden Fragen zu den einzelnen Szenen zur STELLARIS 77 »Die Sehnsucht der Flechte«.

Datei:Stellaris77.jpg

Szene 1:
Oha … ein Oxtorner, der sich von einer Jülziish bezaubern lässt.
Gerhard, wie stehst du zum Thema »Erotik« auf und in der STELLARIS?

Tja, Erotik bei STELLARIS und PERRY. Das ist ein etwa so diffiziles und komplexes Thema wie eine PERRY-Verfilmung. Nein, im Ernst: Schreibtechnisch ist Erotik in meinen Augen ein schwieriges Terrain. Klar, wenn das in meiner Geschichte gepasst hätte, warum nicht. Bei bestimmten Themen, wie eben Erotik, ist es in meinen Augen schöner, bei Andeutungen zu bleiben. Im Fall des angesprochenen Oxtorners und der Jülziish soll es dem Leser überlassen bleiben, ob und was sich da entwickelt. Das hat nichts mit Prüderie zu tun, aber ich denke, dass es schwierig ist, eine erotische Szene gut und ansprechend zu schreiben, weil es schnell plump, banal oder schlichtweg peinlich oder dümmlich wirken kann. Ich kenne wenige Autoren, die das gut hinkriegen, denn ehrlich gesagt, sobald ich etwas lese von purpurbehelmten Lanzen, die in irgendwelche samtwarmen Grotten eindringen, dann bekomme ich Lachkrämpfe und fühle mich eher zu Ritterromanen inspiriert.

Das ist auch bei Horror- oder Gruselgeschichten so. Nichts dagegen, wenn Köpfe rollen und Blut spritzt, nur muss man das nicht ausschweifend beschreiben wegen des Effekts. Ich erinnere mich z.B. an die Schlussszene des Films »The Fog – Nebel des Grauens« von John Carpenter, da wird der Protagonist tomopatenwürdig enthauptet oder aufgeschlitzt. Man sieht eben nur wie das Schwert geschwungen wird und man hört ein ziemlich eindrückliches Geräusch mit dem zugleich der Abspann mit entsprechend gruseliger Musik einsetzt. Da spielt sich mehr Kopfkino ab, das ist wesentlich eindrücklicher, als das Blut spritzen und Köpfe rollen zu sehen. Und das kann man, abgesehen vom spritzenden Blut oder rollenden Köpfen, auch auf die Erotik übertragen.

Und ich stelle mir gerade die Frage: Was findet ein Oxtorner an einer Jülziish attraktiv?

Gute Frage, das müsste man einen Oxtorner fragen. Aber Deran deutet es an in meiner Story, er findet z.B. wohl Syipyrds blauen Flaum schön. Vielleicht wie ein Terraner eine spezielle Haarfarbe mag oder dergleichen. Hm, wir sollten Monkey fragen. Aber der wird wohl eher schweigen.

Und wären die beiden überhaupt kompatibel, sprich wie sehen die Kinder aus?

Warum nicht? Bei PERRY gab es schon verschiedenste, nun ja, Konstellationen. Und im Grunde braucht es doch keine Science Fiction für derlei Kompabilitäten. Wenn man sich so die Flora und Fauna unseres Planeten ansieht, dann gibt es da die unterschiedlichsten, ungewöhnlichsten und erstaunlichsten Dinge. Da ist die Fantasie eines Autors doch nur ein kleines Licht im Vergleich zur Natur.

 Und wie haben ein Jülziish-Leichtgewicht und ein Oxtorner-Schwergewicht eigentlich Sex?

Tja, da ich dergleichen, siehe oben, nicht beschreiben würde, sollten wir diese Frage vielleicht auch einer Jülziish oder einem Oxtorner stellen. Wir brauchen wohl mal eine Hyperfunkverbindung mit Monkey. Vielleicht hat er mit der eher leichtgewichtigen Zemina Paath inzwischen mehr, nun ja, Erfahrung gesammelt ?

Wie kann ein Wesen von der Gestalt eines Okrills in einem Wasserabfluss verschwinden?

Ich würde sagen: ganz einfach. Achtung Spoiler: Es stellt sich ja später raus, dass das Wesen sich amöbenartig verwandeln kann, es »verflüssigt« sich quasi und fließt dann ab, passt auch in die Versorgungsleitungen der STELLARIS und »schwimmt« sozusagen durchs Schiff. Es nimmt ja nur die Form eines Okrills u.a. an, verbleibt aber nicht so, ist amöbenartig wandelbar.

Szene 2:
So, jetzt bin ich erst mal überrascht, denn ich habe mit einer Lovestory zw. dem Oxtorner und der Jülziish und auch zumindest auf einen Erotikszene zwischen den beiden gehofft. Und jetzt ist es ein Krimi … nix gegen Krimis, aber meine Erwartungshaltung war eine andere …

Tja, ich mag es, Erwartungshaltungen zu zerstören, solang dabei aber dennoch unterhaltsame Texte daraus werden, die dem Leser hoffentlich zusagen.

Was denkst du? Kann ein Raumschiff zur Heimat werden, wenn man einen Planeten gewöhnt ist?

Warum nicht? Es müssen wohl gewisse Voraussetzungen gegeben sein. Genug Platz, passende Lebensbedingungen, künstliche Schwerkraft etc. In einem kleinen engen Spaceshuttle in ständiger Bedrohung, dass ein vorbeifliegender Asteroid die Hülle aufreißen könnte und es dann mit einem gemütlichen Leben schnell vorbei sein kann und dergleichen, da würde ich wohl kaum heimisch werden. Aber Raumschiffe wie man sie bei PERRY kennt oder Raumstationen wie aus »2001 – Odyssee im Weltraum« etc., warum nicht? Da merkt man ja im Grunde nicht, ob man sich in einem Raumschiff oder auf einem Planeten befindet. Zudem kann sich ein Mensch schnell an andere Lebensumstände anpassen oder gewöhnen. Das ist jetzt natürlich ein hinkender Vergleich zu der Relation Planet-Raumschiff, aber meine Frau und ich haben ein paar Jahre auf einer Insel gelebt, die nur mit einem Bahndamm mit dem Festland verbunden ist. Und die ersten Tage in der neuen Umgebung waren schon etwas gewöhnungsbedürftig. Nicht , dass man jetzt in Panik verfällt, aber die erste Zeit denkt man schon ab und an, na, falls jetzt ein Notfall eintritt, dann kommt man nicht so schnell aufs Festland z.B. Aber kurz darauf stehst du dann einfach in der Küche, zugegeben mit Blick aufs Meer, und machst den Abwasch, bist also ganz banal im Alltag angekommen.

Die beiden Myraner Cru und Sil sind die Ermittler. An Bord der STELLARIS gibt es ja viele Besatzungsmitglieder. Was war der Grund, dass du dich für die beiden entschieden hast?

Ohne zu viel verraten zu wollen: die Herkunft der beiden. Das ist Teil der Geschichte, von daher lag es nahe, vor allem auf Cru zu setzen. Und die Thematik Hoffnung, Heimweh und Sehnsucht spielen nicht zuletzt titelgebend eine gewisse Rolle. Passend zur Hoffnung ist die Farbe Grün auch eine Art Element der Story geworden. (Grünhäutige Wesen, grüne Desintegratorstrahlung etc.)

Szene 3:
Die vom Oxtorner angesprochenen Klischees – jeder Oxtorner hat einen  Okrill, alle Aras sind Mediker etc. – bringen mich zur Frage: Welche Klischees gibt es über RHODAN-Leser?

Da gab es doch vor einigen Jahren mal eine Umfrage, in der festgestellt wurde, dass der durchschnittliche PERRY-Leser soweit ich mich grob erinnere: männlich, in einem technischen Beruf und über 50 sei? Gut, wenn man das als Klischee nehmen möchte, aber ob es zutrifft? Ich bin ja beim Mannheimer PERRY-Stammtisch aktiv und wenn ich mir so unsere Besucher anschaue, dann trifft das teils durchaus zu, aber als repräsentativ oder gar Klischee würde ich es nicht bezeichnen. In den letzten Jahren habe ich zudem einige PERRY-Leser getroffen. Auch das Bild oder die Klischees des Nerds oder Geeks allgemein, aber in diesem Fall auch bei PERRY, hat sich doch stark gewandelt, ist nicht mehr unbedingt überhaupt ein Klischee wie es vor, sagen wir, 20 Jahren noch war. In gewisser Weise, Stichwort: »Altleser«, mag das Klischee der Umfrage schon irgendwie zutreffen, aber ich persönlich finde PERRY-Leser alles andere als klischeehaft, sondern reichlich unterschiedlich und individuell, aber eben mit der verbindenden Leidenschaft für PERRY, wie ausgeprägt die auch immer sein mag.

 Szene 4
Wieso sondern zerfallende Moleküle bei Desintegratorbeschuss grünen Staub ab … hm …?

Von Staub schreibe ich glaube ich nichts, es ist die Kristallschicht, die von Desintegratoren eben in ihre Moleküle zerlegt wird. Diese molekulare Auflösung leuchtet grünlich, wenn ich mich recht entsinne bei PERRY grundsätzlich. Warum grün oder warum das überhaupt leuchtet, da bin ich überfragt. Aber Desintegratoren kamen in der Serie doch recht früh zum Einsatz, so mal grob getippt doch bestimmt schon vor oder um Heft 50 rum? Das grüne Leuchten dürfte wohl eine »Erfindung« von Scheer oder Mahr sein? Oder vom jeweiligen Romanautor in dessen Heft ein Desintegrator erstmals zum Einsatz kam? Da müsste man mal einen PERRY-Kundigeren als mich befragen.

Szene 5
Auch nicht schlecht – in jeder Szene kommt eine neue Figur vor, nunmehr der Mediker. Wie leicht fällt es dir, in diese unterschiedlichen Rollen zu schlüpfen?

Ziemlich leicht. Versuch einer Erklärung: Es ist wohl so eine Mischung aus Beobachtungsgabe, Intuition, Einfühlungsvermögen, Fantasie und zudem Recherche. Natürlich betreibe ich nicht für jede Figur oder jeden Text denselben Aufwand, aber ich vergleiche es gern ungefähr mit dem Method Acting bei Schauspielern. Dustin Hoffmann hat in »Rain Man« beispielsweise einen Autisten gespielt. Es sei dahingestellt wie realistisch Hoffmann das hinbekommen hat, aber er hat wohl vor dem Dreh einige Zeit versucht wie ein Autist zu denken, zu sprechen, sich zu verhalten etc. Und durch derlei Recherche etc. versuche ich auch, einer Figur nahe zu kommen. Allerdings nicht mit derartigem Aufwand bzgl. Recherche oder Zeit wie ein Profischauspieler. Wobei, das könnte erklären, warum ich nach so langer Zeit erst wieder eine STELLARIS-Story geschrieben habe. Allein der Weg nach Myra zur Vorortrecherche und wieder zurück.

Eine Alge als Antagonist … wie gut kennst du dich im biologischen
Bereich aus?

Grundsätzliche interessiere ich mich sehr für naturwissenschaftliche Themen. Als Leistungskurse beim Abitur hatte ich Englisch und Biologie. Und auch wenn ich kein naturwissenschaftliches Studium absolviert habe, aber in meiner Studienzeit gab es doch die ein oder anderen Berührungspunkte. Von daher wage ich mal zu behaupten, dass ich ein halbwegs solides Grundwissen und ein klein wenig Spezialwissen im Bereich Biologie mir angeeignet habe. Die Idee mit der Flechte stammt sogar noch aus Leistungskurszeiten, denn da war die symbiotische Lebensform aus Pilz und Alge Thema. Und leuchtende Algenteppiche kenne ich aus eigener Anschauung von der Zeit auf obig erwähnter Insel. Das alles hat sich irgendwie eingeprägt und musste jetzt wohl mal zu einer Science Fiction-Lebensform werden. Apropos Grund- oder Spezialwissen, man könnte es auch Bonusantwort oder Besserwisserei nennen: Pilze sind nicht wie meist angenommen Pflanzen, sondern sind neben Pflanzen und Tieren ein eigenständiger dritter Bereich der sogenannten eukaryotischen Lebewesen. Wer jetzt nicht weiß, was eukaryotisch (auch: eukaryontisch) bedeutet, dessen naturwissenschaftliche Neugier möge ich nun geweckt haben.

Szene 6
Und erneut eine neue Figur. Ich denke, dass ist die STELLARIS-Story mit den größten Figurenensemble.

Das ist jetzt eigentlich keine Frage, aber ich versuche mal eine Antwort. Hm, ob größtes Figurenensemble, ich weiß nicht. Es gibt doch auch Geschichten, beispielsweise »Linearraum-Rhapsodie« von Michael Tinnefeld (Folge 75), wo gefühlt die gesamte STELLARIS-Besatzung in mancher Szene einem Pianisten lauscht. Und dann kommen noch Piraten dazu. Aber ich weiß, was Du meinst. Grundsätzlich ist es für Kurzgeschichten oder auch im Heftroman nicht üblich, abgesehen von ein paar wenigen oder nur einer Perspektivfigur, für den Leser noch weitere Figuren ins Spiel zu bringen.

Jede Figur muss dem Leser nahegebracht werden. Speziell in der SF, oder in dem Fall PERRY, kann man als Autor nicht voraussetzen, dass der Leser weiß, wie ein Oxtorner aussieht z.B. Andererseits ist mehr Personal auch abwechslungsreicher, es kann einer Story auch mehr Facetten, mehr Möglichkeiten geben. Du hattest ja meine Story weiter oben als Krimi eingeordnet. Ein Hercule Poirot ermittelt in der Regel allein, aber nehmen wir z.B. »Mord im Orient-Express«: Ein Ermittler, doch die Zugabteile sind nicht unbedingt leer. Agatha Christie hätte sich auch auf einen Ermittler, eine Leiche und den Mörder beschränken können, aber dann ist die Story witzlos. Man braucht auch Verdächtige oder »Anlaufstationen«, die dem Ermittler Hinweise geben z.B.

Michael Tinnefeld und ich hatten bei unserem PERRY-FanEdition-Roman »Die Heilerin von Hangay« ebenso ein unüblich großes Ensemble, was aber für die Story funktioniert hat. Abgesehen davon, dass wir bei der Einführung, Beschreibung mancher Figur etwas nachlässig waren für unbedarfte Leser. Aber für ein Planetenabenteuer, bei dem man ein Ensemble hat, das man mehr oder weniger unvorhersehbar für den Leser dezimieren kann, hat schon seinen schriftstellerischen Reiz! Siehe im heutigen TV-/Streaming-Erzählen beispielsweise »Game of Thrones«. Sehr großes Ensemble oder weißt du auf Anhieb, wer wann welche Intrige gegen wen ausheckt und wer wann wie überraschend gemeuchelt wurde, obwohl Hauptfigur? Da könnte man G.R.R. Martin auch vorwerfen, er hätte sich auf drei Hauptfiguren konzentrieren sollen. Aber derartiges Erzählen mit großem Ensemble hat im Grunde seine Wurzeln z.B. bei Shakespeare oder im Roman-Bereich bei Dostojewski, aber ich schweife gewaltig literaturwissenschaftlich ab. Und so nebenbei, bei dieser Art des Erzählens wäre nicht mal eine gewisse Weltraumratte sicher! Dann wäre der 23. Oktober nicht Gucky-Tag, sondern Gucky-Gedenk-Tag!

Szene 7
Hey, wo bleibt eine neue Figur?

Irgendwann muss auch mal gut sein.

Ein interessanter Twist, der auch erklärt, warum es ausgerechnet die beiden Ermittlern sind.

Danke! Die Lösung des Rätsels war quasi im Kern der Idee mit Myra als Ausgangspunkt so angelegt. Das war auf der einen Seite ein wenig knifflig, aber andererseits auch konsequent, denke ich.

Szene 8
Schöne Auflösung mit Happyend für den »Täter«. Was denkst du? Was ist Heimat?

Ja, Olaf habe ich nichts davon erzählt, aber ich hatte auch ein »alternatives Ende. Ein Vorschlag von Olaf war, dass der Sicherheitschef der STELLARIS das Wesen aufspüren könnte, fiele ja durchaus in seinen Kompetenzbereich. Na, siehe meine obigen Erläuterungen zu Blut spritzen und Köpfe rollen: ich könnte auch anders.

Aber zur eigentlichen Frage: Eine durchaus tiefschürfende, fast philosophische Frage, über die sicher schon viel geschrieben worden ist. Es gibt da den etwas klischeehaften Spruch, so in etwa »Heimat ist, wo das Herz ist«. Da ist durchaus was dran. Sprich: Für mich ist Heimat da, wo ich lebe, liebe, meine Freunde habe etc. das ist nicht unbedingt ortsgebunden. Aber andererseits, gleichzeitig, aber ursprünglicher ist Heimat das, woher ich komme, wo ich aufgewachsen bin, wichtige erste Erfahrungen machte etc. Ich nenne meine niederbayerische Herkunft daher gern alte Heimat, das ist meine Scholle, da sind meine Wurzeln. Wenn ich dort bin, dann spüre ich das unmittelbar, dass ich von dort komme, da kannst mich mit verbundenen Augen hinstellen und ich rieche, schmecke, spüre das, aber das ist vielen Menschen heutzutage glaub ich verloren gegangen. Und ich spreche einen Dialekt, den ich im Alltag nicht immer spreche, in den ich aber immer gerne verfalle, sobald ich altheimischen Boden betrete oder mit Freunden von dort spreche u.ä. Ich glaube, Du verstehst, was ich meine.

Gerhard, danke für deine Zeit.

 

Sieben Fragen an Michelle Stern zu ihrem Band 3085

Michelle Stern verrät im Interview mit Roman Schleifer, ob Terra und Luna wieder rückgetauscht wurden und woher Rhodan weiß, was zu tun ist.

Du hast ja mehrere Ebenen in deinem Roman. Von welcher hättest du mehr schreiben wollen und was ist der Grund?

Ich hätte gern mehr über Bully schreiben wollen, wenn er denn mehr Handlung im Roman gehabt hätte. Einfach weil ich finde, dass er in diesem Zyklus ein wenig kurz kommt. Aber man muss eben immer eine Auswahl treffen. Auch das Geschehen um Tschirmayn, die Katastrophe, hätte ich ganz anders schildern können – in einem Doppelband. Auf dem engen Raum habe ich entschieden, quasi nur die Feldherrenperspektive einzunehmen und nicht in die Tiefe des Unglücks zu gehen. Einerseits mag das schade sein, andererseits empfand ich es einmal als unaufgeregt angenehm, eben nicht die Katastrophe »auszuschlachten«.
Trotzdem hoffe ich, dass wenigstens ansatzweise rüberkam, wie furchtbar Tschirmayns Schicksal ist.

Zitat agh Fermi: »Warum verstanden so wenige, wie wichtig es war, das zu erkennen, was eben da war, und das zu tun, was getan werden musste, ohne sich dagegen zu sträuben?«
Ja, warum? Was denkst du?

Wegen der ganzen Filter, die wir haben. Weil wir Menschen sind. Von dem, was wir wahrnehmen können, nehmen wir was bewusst wahr? Ein Prozent?
Ich habe die genauen Zahlen gerade nicht im Kopf. Es ist üblich, Erwartungen zu haben, Glaubenssätze, Gewohnheiten. Wirklich wahrnehmen zu wollen, was da ist, so viel wie eben geht, ist für die meisten Menschen harte Arbeit. Das ist genau das, was alle tun, die sich mit dem Thema Achtsamkeit auseinandersetzen. Und oft haben wir nun mal ein Bild von uns und der Welt und wollen, dass der Rest dazu passt. Auch wenn es überhaupt nicht passt.
Ich übe diese Achtsamkeit nun einige Jahre und bin immer wieder über mich selbst erstaunt. Es ist nicht immer angenehm, was man da findet. Wie viele Denkfehler man macht, wie viele Vorurteile man hat. Humor hilft auf jeden Fall dabei.
Ein Arkonide mit arkonidischem Stolz – nun ja. Der hat ganz sicher eine Menge Filter, um auf agh Fermi zurückzukommen. Und er ist schon gemäßigter als so manch anderer unserer Charaktere.
Um dir eine kurze Antwort zu geben, nach dem ganzen Ausholen: Weil wir nicht wollen und glauben, nicht zu können. Oder nicht mal wissen, dass es da etwas zu glauben und zu wollen gibt.

(Anm.: Wie sagen die Systemiker so schön?
Die Realität ist nur ein Konstrukt …)

Und was würde Perry Rhodan antworten?

Ich denke, Rhodan macht das, was er macht, sehr intuitiv. Er hat die Gabe des Sofortumschaltens. Er ist einfach offener und war es schon immer, ohne ein spezielles Achtsamkeitstraining. Vielleicht würde er sagen, weil sie Angst haben, auch wenn sie gar nicht wissen, warum und wovor. Rhodan handelt frei von dieser Angst. Er hat andere, viel weitere Grenzen als ein »Normalmensch«.

Zitat: »Doch bestand nicht das halbe Leben aus Fehlern? Wenn man ihnen auswich, wich man dem Leben selbst aus.«
Atlan kann da wohl am meisten mitreden – wie sieht er das? Besteht das halbe Leben aus Fehlern?

Puh, zu Atlan.
Sicher weiß Atlan, dass man Fehler macht, und wenn er sich wegen jedem einzelnen zermürben würde, wäre er nicht handlungsfähig. Atlan ist ja ein Macher, jemand der tut – da geht zwangsläufig auch mal etwas schief. Für Atlan sollte wohl das halbe Leben aus Weib, Wein und Gesang bestehen. Gleichzeitig hat er auch eine sehr verantwortungsvolle Seite. Er will gestalten, formen, erschaffen. So würde ich ihn sehen.

Zitat Bull: »… etwas an ihm war anders. Bull wusste nicht, wie er den Finger darauf legen sollte.«
Gemeint ist hier Atlan. Im GalFor wird spekuliert dass Atlan auch ein Klon sein könnte … Äh …???

In diesem Roman kann Atlan nicht mehr meditieren. Er macht vieles, als wäre er ein Anfänger, und er bemerkt das selbst. Was schließen wir daraus? Liegt es an Guckys vermeintlichem Tod?

Es wird angenommen, dass Terra und Luna erneut ausgetauscht wurden – nehmt ihr da der Dyoverumebene nicht die Spannung?

Wurden Terra und Luna erneut ausgetauscht? Und wenn ja gegen was? Perry ist quasi gerade erst losgezogen. Zur Zeit der Handlung meines Romans ist er wohl noch nicht einmal in Ancaisin angekommen, das müsste ich prüfen. Jedenfalls braucht er eine kleine Ewigkeit für diese Reise, und die Handlung um Perry liegt eine gute Wegstrecke in der Zukunft. Ist es also wirklich die Erde, die Perry zurückgeholt hat, oder ist da etwas ganz und gar anderes passiert, mit dem die Cairaner nicht gerechnet haben? Drang etwas aus dem Multiversum ein?

In deinem Panel während der PERRY RHODAN ONLINE WOCHE im Juli hast du gesagt, du arbeitest an einem eigenen Projekt. Erzähl uns davon.

Ich arbeite wieder an einem Erotikroman, aber einem eher ungewöhnlichen. Da geht es auch um Denkfehler und Achtsamkeit. Um Menschsein und diesen ganzen Kram.  😉
Sexualität ist etwas Wundervolles, und sie wird meiner Meinung nach viel zu oft ausgeklammert.

Ob und wann dieser Roman einmal fertig wird – wir werden sehen. Im Moment ist erst mal wieder PERRY dran.

Michelle, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook, zur Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360850/perry-rhodan-3085-der-verurteilte-planet-von-michelle-stern-e-book-epub

 Hier zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900005691/perry-rhodan-3085-der-verurteilte-planet-von-michelle-stern-heft

Hier zur Handlungszusammenfassung in der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Der_verurteilte_Planet

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12432

Gucky kehrt zurück

Am 23. Oktober erscheint Band 3088 „Gucky kehrt zurück“ von Michael Marcus Thurner. Unser Lieblingsmausbiber feiert sein Comeback nach dem vermeintlichen Serientod im Sommer.

Wallpaper zum Titelbild von PERRY RHODAN 3088

Offiziell heißt es:

Aktivatorträger in ungewohnter Umgebung

PERRY RHODAN-Handlung spielt in der Milchstraße und im Dyoversum

Drei Zellaktivatorträger stehen im Zentrum der nächsten PERRY RHODAN-Romane, die im Herbst 2020 in den Handel kommen werden: Eine Autorin und drei Autoren setzen Perry Rhodan selbst, aber auch Gucky und Atlan in Szene – in durchaus unterschiedlichen Romanen, mal actionlastig, mal nachdenklich.

Den Einstieg bildet »Gucky kehrt zurück« von Michael Marcus Thurner. Der Titel deutet schon an, worum es in diesem Roman gehen könnte. Der Mausbiber, von dem die Menschen in der Milchstraße lange Zeit gemeint haben, er sei tot, meldet sich auf der Bühne zurück – und er wird auch gleich aktiv.

Der Autor zeigt Gucky tatsächlich in Höchstform. Der Mausbiber kämpft nicht nur um sein Leben, sondern auch um ein Raumschiff und seine Besatzung. »Gucky kehrt zurück« trägt die Bandnummer 3088 und ist ab dem 23. Oktober 2020 im Handel erhältlich.

Fortan soll dieser besondere Tag unter den Fans als Gucky-Tag gefeiert werden. Es gibt sogar einen Hashtag #GuckyTag in den sozialen Medien. Schreibt uns auf Twitter, Facebook und Instagram eure liebsten Erinnerungen von Gucky. Welche Romane sind in besonderer Erinnerung? Wieso freut ihr euch auf seine Rückkehr?

Schreibt uns unter #GuckyTag

Vierzehn Fragen an Uwe Anton zu seinem Band 3084

Uwe Anton erzählt im Interview mit Roman Schleifer über seinen Einblick ins Denken von Superintelligenzen und deckt einen bislang im Zyklus übersehenen Zusammenhang auf.

Zitat: »Die Zeit radierte viele Spuren aus, und man durfte sich glücklich schätzen, wenn man Spuren oder gar Zeitzeugen fand, die Aufschluss über längst vergangene Tage gaben.« Welche bleibenden Spuren abseits RHODAN hast du bislang hinterlassen?

Ach Gott, da sollen sich zukünftige Generationen auf die Suche nach Spuren oder Zeitzeugen machen. Das ist ein Zitat aus einem Roman, kein Lebenscredo.

Was mir bei deinem Band erst so richtig aufgefallen ist: Wieso hat weder die VECU noch die Kosmokratin Mu kontrolliert, ob die Cairaner ihren Job ordnungsgemäß ausführen und alle Artefakte entsorgen?

Vielleicht hatten sie Besseres zu tun? Oder einfach keinen Bock darauf? Wer kann die Gedanken von Superintelligenzen oder Kosmokraten nachvollziehen? Und – Verzeihung, aber dieser Gedanke drängt sich bei dieser Zusammenballung auf – schon gar die von weiblichen? Die VECU, die HATH’HATHANG, die Mu … das muss doch eine Bedeutung haben.

HATH’HATHANG hat der Kosmokratin mitgeteilt, dass sie quasi keinen Bock mehr hat weiterzumachen. Gibt es im Zwiebelschalenmodell so eine strenge Berichtslinie?

Offensichtlich. Genaue Einzelheiten sind mir allerdings nicht bekannt.

Das Sternenrad kehrt vor den Urknall zurück und platziert sich im Protoplasma des Zielraums, spielt sozusagen also die Ausdehnung des Alls rückwärts ab, um sich positionieren zu können. Das finde ich eine geile Idee. Selbiges gilt für den Weißen Schirm, der die eintreffenden Energien ebenfalls zurück bis fast zum Urknall schickt. Welche technische Idee hat dich bislang am meisten fasziniert?

Dass das Sternenrad vor den Urknall zurückkehrt und sich im Protoplasma des Zielraums platziert, sozusagen also die Ausdehnung des Alls rückwärts abspielt, um sich positionieren zu können. Und das der Weiße Schirm eintreffenden Energien ebenfalls zurück bis fast zum Urknall schickt.

Laut Verena kamen die Ideen für das Sternenrad vom Expoteam. Neidisch auf solche Ideen?

Da müsste ich den ganzen Tag grün vor Neid durch die Gegend laufen, wie ein kleiner Hulk aus einem Paralleluniversum. Das Expoteam hat ständig grandiose Ideen. Deshalb ist es das Expoteam.

Endlich wissen wir, was es mit dem nächsten Volk auf sich hat. In Anbetracht dessen, was die Cairaner für Arschlöcher sind, habt ihr sie ziemlich harmlos geschildert. Wie stehst du zu ihnen als Antagonisten?

Ich halte die Cairaner keineswegs für … ähem, Zitat, »Arschlöcher«. (Du weißt, dass das Schimpfwort »Arschloch« im Strafrecht den Tatbestand der Beleidigung nach § 185 StGB erfüllt?) Dieser Blick ist mir viel zu eindimensional. Es sind eher Getriebene, die bislang keinen Grund hatten, ihr Tun zu überdenken, weil ihnen niemand so richtig auf die acht Fingerchen geklopft hat.

Im Heft wird diskutiert, ob man tausend Leben nehmen darf, um eine Million zu retten. Wie siehst du das?

So, wie ich es schildere. Diskussionswürdig. Ich bin froh, dass ich niemals solch eine Frage beantworten werden muss.

Das Sternenrad erzwingt den Frieden. Tenshuun fragt sich zurecht, wie es in den »befriedeten« Galaxien weitergeht, sobald das Sternenrad abgezogen ist. Wie denkst du darüber?

Dass Tenshuun ein kluges Kerlchen ist, das sich die richtigen Fragen stellt.

800 Jahre ist das Sternenrad unterwegs, bevor es laut SI stillgelegt werden soll. 800 Jahre sind weniger als ein Wimpernschlag für eine SI. Wozu hat sie das Sternenrad überhaupt erbaut? Sie muss doch schon vorher gewusst haben, dass sie als SI bald aufhört und damit auch die Artefakte entsorgt werden.

Ich muss mich wiederholen: Wer kann schon die Gedanken von Superintelligenzen nachvollziehen?

Was ich auch nicht verstehe … die SI muss doch von der Hyperimpedanz gewusst haben. Die ist alt genug, um das schon ein paar Mal erlebt zu haben. Warum sichert sie das Sternenrad nicht dagegen ab?

Und noch einmal: Wer kann schon das Vorgehen von Superintelligenzen nachvollziehen?
Aber selbst, wenn sie schon ein paar Hyperimpedanzen mitgemacht hat, kann sie wohl schlecht vorhersagen, wann die nächste kommt. Außerdem: Laut Cairol III kennen die Hohen Mächte Methoden, die Hyperimpedanz zu manipulieren. Wer weiß, was damals in dieser fernen Region des Universums gelaufen ist?

Zitat: »Niemand kann die Zukunft korrekt vorhersagen. Die meisten können nicht mal die Vergangenheit richtig wiedergeben.« Das klingt nach Gesellschaftskritik … Was sollte man in Deutschland/Europa verbessern?

Wenn überhaupt ist das keine Aufforderung, lokale Verbesserungen vorzunehmen, sondern die Beschreibung eines bedauerlichen Ist-Zustandes.

Du hast das böse Wort »Maßnahmen« durchs Lektorat bekommen, ein Wort, auf das KNF allergisch reagiert. Wie hast du das geschafft?

Ich habe ihm das Manuskript ausnahmsweise mit der Post geschickt und ein Antiallergikum dazu gepackt. Nein, gegen eine vernünftige Verwendung dieses Begriffes hat Klaus nichts einzuwenden. »Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen.« ist nun mal ein geläufiger Spruch, und Tenshuun teilt ja schnaubend mit, was er davon hält: »Ein geradezu abscheuliches Wort!« Das ist natürlich ein Insider-Gag, den Klaus nicht gestrichen hat. Es ist ja nicht so, dass er keinen Humor hätte.

In dem Band steht, dass die Cairaner oft verraten worden sind … oder sich oft verraten gefühlt haben. Wann wird geklärt, woher ihre Paranoia stammt? Bislang habe ich nämlich nichts gelesen, das ihre Paranoia rechtfertigt.

Muss wirklich geklärt werden, woher ihre Paranoia stammt? Besagt dieser Begriff das nicht aus sich heraus? Eine paranoide Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch besondere Empfindlichkeit gegenüber Zurückweisung, Nachtragen von Kränkungen und ein übertriebenes Misstrauen. Es besteht die Neigung, Erlebtes ständig in Richtung auf feindselige Tendenzen gegenüber der eigenen Person zu deuten.
Das musst du doch wissen, Roman!
Paranoia ist eine gesunde Sicht, die Welt zu sehen.

Was war eigentlich der Grund, dass du in den Kapitelüberschriften die Handlung der Kapitel vorweg zusammengefasst hast?

Weil ich diesen literarischen Kniff poetisch, angebracht und in diesem Zusammenhang sehr passend finde. Schon der Mausbiber Gucky hat ihn in seinem »Epos über die Eroberung des Universums« angewandt, das mir in Auszügen vorliegt. »Sage dem Leser, was du ihm sagen willst, dann sage es, und dann sage ihm, was du ihm gesagt hast«, schreibt er dort im Vorwort. Nicht von ungefähr reflektiert Bouner Haad viel über das, was Tenshuun gesagt hat. Ich bewege mich also in bester literarischer Tradition.

Uwe, danke für dein Zeit.

 

Hier geht’s zum ebook und zur Lese- und Hörprobe:
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Hier zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900005684/perry-rhodan-3084-brigade-der-sternenlotsen-von-uwe-anton-heft

Hier zur Handlungszusammenfassung auf der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Brigade_der_Sternenlotsen

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12415

Interview mit Andreas Brandhorst zu seinem Buch „Netz der Sterne“ und zu seinen nächsten Büchern

Andreas Brandhorst verrät im Interview mit Roman Schleifer in welchem seiner Universen er ein RHODAN-Crossover ansiedeln würde und wie er es mit einem Blick in die Zukunft hält.

 

Andreas, in deinem PR-Band 3005 hast du das Lichtwesen Exta erwähnt, dass sich auf die Suche nach der Gloriose begibt. In »Netz der Sterne« ist diese Gloriose, die im Superplasma der Schöpfung gebadet hat, prominent vertreten. Hast du den Expokraten ein Themenpapier dazu vorgelegt, damit sie es noch mal aufgreifen?

Nein, die »Expokraten« haben kein Themenpapier von mir erhalten. Wenn sie irgendwann auf die Gloriose zurückgreifen möchten, können sie das gern machen. Vielleicht komme ich selbst einmal darauf zurück, wer weiß?

Wenn du ein RHODAN-Crossover mit einem deiner Bücher/Universen schreiben könntest, welches wäre es?

Interessante Idee. Wie wäre es mit den Kantaki oder einer Dimensionsbrücke zum Omniversum?

In »Netz der Sterne« treffen wir auf Tess, die in die Fänge von Interkosmika gerät, da sie die Schulden ihrer Schwester abarbeiten muss. Dazu muss sie unbekannte Regionen der Milchstraße vordringen. Nach dem ersten Einsatz wird ihr ein weiterer Frondienst aufgebrummt.

Durch deine SF-Werke zieht sich eine wirtschaftliche oder politische Organisation, die alles beherrscht und zumeist unterdrückt. Woher kommt dieses Setting?

Es ist ein Teil unserer Wirklichkeit, und ich vermute, dass es auch in der Zukunft der Fall sein wird: Wirtschaftliche und politische Organisationen bestimmen maßgeblich unser Leben.

Hast du Angst vor der Vorherrschaft eines Konzerns?

Nehmen wir Microsoft: Ein Konzern bestimmt, wie etwa neunzig Prozent aller Computerbenutzer auf der Welt mit ihrem Rechner umzugehen haben. (Ich gehöre da glücklicherweise zu den Ausnahmen, denn ich verwende Linux, inzwischen seit mehr als 15 Jahren). Oder Google, unser Fenster zum Internet. Google regelt, was wir bei unseren Reisen durchs Internet sehen, aber es gibt noch viel, viel mehr da draußen. Die Vorherrschaft eines Konzerns geschieht nicht irgendwann in der Zukunft, wir erleben sie schon jetzt. In meinen Romanen ist eine solche Organisation oft als Metapher für eine übermächtige Instanz zu sehen, gegen die der Einzelne kaum eine Chance hat.

Mit Tess verknüpfst du Gesang und Mathematik. Jemals »Gödel, Escher, Bach« gelesen?

Nein. 🙂

In »Netz der Sterne« kann Tess mögliche Zukünfte sehen, ebenfalls ein Thema, das du gern verwendest. Was ist der Hintergrund?

Versuchen wir nicht alle, in die Zukunft zu sehen? Und was passiert, wenn jemand tatsächlich einen Blick in die Zukunft werfen kann? Diese Vorstellung hat mich schon immer fasziniert. Wenn man weiß, was geschehen wird, und wenn man die Ereignisse kennt, die dazu führen, dass eine bestimmte Zukunft Gestalt annimmt … Kann man dann die Zukunft ändern? Kann man etwas ändern, das noch gar nicht geschehen ist? Die Antwort lautet: ja, natürlich. Eins der Mittel dazu heißt Planung. Auch heute planen wir, um Dinge zu schaffen, die uns gefallen, zum Beispiel eine bessere Welt. Oder um etwas zu verhindern, das uns nicht gefällt, zum Beispiel eine vorhersehbare Katastrophe.

Haderst du mit der Vergangenheit? Wie viel Prozent deines Lebens würdest du nachträglich betrachtet anders machen?

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, mit dem Wissen von heute, würde ich fast alles anders machen und versuchen, einige große Fehler, die ich sehr bedauere, zu vermeiden.

Andreas Brandhorst am Austria Con 2016 im Wiener Rathaus

In vielen deiner SF-Werke gibt es eine Superzivilisation, die vor Jahrmillionen verschwunden ist und von der nur mehr Artefakte übriggeblieben sind. Die Frage der Fragen: Sind wir allein im Universum?

Nein. Ich bin davon überzeugt, dass das Universum voller Leben ist. Unter all diesen zahlreichen Lebensformen gibt es zweifellos auch intelligente, die schon vor den Menschen die Leiter der Evolution emporgeklettert sind. Ich denke, in hundert, zweihundert oder tausend Jahren werden wir – wenn wir uns nicht vorher auf die eine oder andere Weise in die Steinzeit zurückbefördern – auf die Hinterlassenschaften früherer Zivilisationen stoßen.

Im Oktober 2019 habe ich dich bei unserem letzten Interview zu deinem Buch »Das Flüstern« gefragt, welche Frage ich dir nach Lesen von »Netz der Sterne« stellen werde. Deine »Wie wär’s mit: Wie bist du bloß auf diese Idee gekommen?«
Nun gut, du darfst die Frage beantworten 
🙂

Ich würde nie jemandem empfehlen, mich zu fragen, wie ich auf die Idee für einen bestimmten Roman gekommen bin. Aus dem einfachen Grund, weil das eine Standardfrage ist, die man immer wieder zu hören bekommt. 😉 Es ist eine der Fragen, die man einem Autor besser nicht stellen sollte. 🙂 Ich wiederhole etwas, das ich auch bei jener Gelegenheit gesagt habe: »Das Flüstern« ist ein Roman mit einer sehr persönlichen Bedeutung für mich.

Tess kommt in dem Buch zu dem Punkt, an dem sie sich fragt, welche Verantwortung der Einzelne im Bezug auf die Menschheit und die Zivilisation hat. Eigentlich will sie ja nur in Ruhe leben und singen. Und mitten im unfreiwilligen Kampfgetümmel stellt sie sich die Frage nach ihrer Verantwortung und was sie als Einzelne bewegen kann.
Angesichts Corona und unvernünftigen Leuten … wie beantwortest du diese Frage?

Jede einzelne Person kann etwas bewegen und muss sich ihrer Verantwortung stellen, ob sie nun nichts tut oder aktiv wird. Das wird oft vergessen. Es ist leicht und bequem, die Verantwortung immer den anderen zu geben, anstatt in den Spiegel zu blicken und zu fragen: »Was habe ich getan oder unterlassen?«

Wie wichtig ist der Einzelne für die Geschichte?

Der Protagonist ist die Figur, die den Lesern Tür und Tor der Geschichte öffnet. Sie sehen mit seinen Augen, hören mit seinen Ohren, sie denken und fühlen mit ihm. Ohne eine geeignete zentrale Figur werden es die Leser schwer haben, Zugang zu der Geschichte zu finden.

Am 5. Oktober 2020 kommt »Die Eskalation«, die Fortsetzung deines Spiegel-Bestsellers »Das Erwachen«. Ich darf den Klappentext zitieren:

»Die Künstliche Intelligenz, die in »Das Erwachen« zu einer globalen, dem Menschen weit überlegenen Maschinenintelligenz wurde, hat unsere Welt verändert. Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Kriege, Armut, Elend, das alles gehört der Vergangenheit an. Niemand muss mehr arbeiten – die Maschinenintelligenz hat die Produktion automatisiert und stellt den Menschen alles zur Verfügung, was sie brauchen. Doch welche langfristigen Pläne verfolgt sie?
Manche Menschen glauben, dass sie ihre Freiheit verloren haben und nur noch geduldet sind …
Dies ist die Geschichte des Widerstands, eines geheimen Plans und einer letzten Chance für die Menschheit. Eine Leseprobe finden Sie hier: https://www.piper.de/buecher/die-eskalation-isbn-978-3-492-06185-8

Ich erinnere mich an den PR-Con in Osnabrück, als du die Frage ins Publikum gestellt hast: In welcher Welt wollen Sie leben? In einer, in der es keine Gewalt und kein Verbrechen gibt, dafür sind wir unfrei oder in einer freien Welt mit all seinen Vor- und Nachteilen?
Wie beantwortest du die Frage?

Schwer zu sagen. Man sollte sehr genau überlegen, bevor man antwortet. Wenn man sich für die eigene Freiheit entscheidet, sollte einem klar sein, dass andere dafür den Preis zahlen, in Form von Krieg, Verbrechen und Elend. Mir wäre eine Welt ohne diese drei Gräuel lieber, und ich wäre bereit, dafür auf einen Teil meiner Freiheit zu verzichten. – Die Frage erinnert mich übrigens ein bisschen an die so genannten Querdenker (will heißen: Spinner), denen die kleine »Freiheit« der Maskenverweigerung wichtiger ist als das Wohl der Gemeinschaft.

Wenn die Menschen nicht mehr arbeiten müssen (weil es zB das bedingungslose Grundeinkommen gibt (nachdem wir unsere komplettes Steuer- und Sozialsystem umgekrempelt haben)), was werden dann jene tun, die eher zu den bildungsfernen Schichten gehören?

Sie könnten die Zeit nutzen, etwas für ihre Bildung zu tun. 🙂

Welche Figuren treffen wir aus dem Buch »Das Erwachen«?

Es gibt ein großes Wiedersehen mit Coorain Coogan und anderen Protagonisten von »Das Erwachen«. Außerdem lernt der Leser einige interessante neue Figuren kennen. Es wird dabei die eine oder andere Überraschung geben …

Am 4. Jänner 2021 erscheint das nächste Buch »Mars Discovery«. Auch hier der Klappentext:

Eleonora Delle Grazie verlor ihre Eltern früh bei einem tragischen Unglück der NASA. Die Welt ahnt nichts von dem sogenannten »Mysterium«, dem Eleonoras Eltern auf der Spur waren, und Eleonora ist fest entschlossen, die geheime Mission ihrer Eltern fortzuführen. Als sie Jahre später an Bord der »Mars Discovery« ins All aufbricht, scheint sie dem Ziel nah. Kurz nach dem Start erfährt sie von einem außerirdischen Artefakt auf dem Mars. Doch was Eleonora tatsächlich auf dem Roten Planeten findet, übersteigt die Vorstellungen der Menschheit. Ein wahrhaft kosmisches Abenteuer beginnt …
https://www.piper.de/buecher/mars-discovery-isbn-978-3-492-70513-4

Wird Eleonore auf dem Mars ein Artefakt einer Superzivilisation finden?

Sie entdeckt etwas, das ihr Leben völlig verändert. Ihr wird klar: Der Mars ist nur der Anfang. Eleonora bricht auf zu einer Reise bis zum Ende von Raum und Zeit.

Auch in »Das Erwachen« kommt eine Marsmission vor. War das der Auslöser für »Mars Discovery«?

Der Titel »Mars Discovery« bezieht sich auf das gleichnamige Raumschiff, das der Leser in kurzen Zwischenkapiteln in »Das Erwachen« kennenlernt. Auch in »Die Eskalation« wird darüber berichtet. Der Roman »Mars Discovery« enthält die vollständige Geschichte der Crew.

Was würdest du tun, wenn du ein Artefakt auf dem Mars findest, mit dem du Welt verbessern könntest, aber dich dafür zum Diktator der Menschheit aufschwingen müsstest?

Die Frage wäre, ob ich die Welt objektiv verbessern oder sie nur meinen Vorstellungen von einer besseren Welt anpassen könnte. Hier ist große Vorsicht geboten.

Gerade ist Exodus Nr. 40 und 41 zum Thema »Mars« erschienen.

https://www.exodusmagazin.de/exodus-ausgaben/exodus-40.html
https://www.exodusmagazin.de/exodus-ausgaben/exodus-41.html

Wirst du die Storys nachträglich lesen?

Ich denke schon. 🙂

Und dann gibt es noch »Sleepless«, ein Thriller in 7 Hörbuchfolgen, den es auch als Buch und als ebook geben wird. Was kannst du uns exklusiv darüber verraten?

Mit diesem großen Projekt bin ich gerade fertig geworden. Ein ganzes Jahr hat es mich beschäftigt: ein Thriller in 7 Hörbuch-Folgen, wie eine Netflix-Serie für das Ohr. Zeitgleich erscheinen die 7 Hörbuch-Folgen auch als E-Books bei Piper. Im Januar 2021 geht es los. Einige Monate später, im Sommer 2021, erscheint »Sleepless« bei Piper als großer Print-Roman, der noch mehr bietet als Hörbücher und E-Books. Es geht um eine Welt, die nicht mehr schläft. Mehr verrate ich noch nicht. 😉

Andreas, danke für deine Zeit.

Homepage von Andreas Brandhorst:
https://andreasbrandhorst.de

Hier geht’s zu »Netz der Sterne«
https://www.piper.de/buecher/das-netz-der-sterne-isbn-978-3-492-70512-7

Hier zu »Die Eskalation«:
https://www.piper.de/buecher/die-eskalation-isbn-978-3-492-06185-8

Hier zu »Mars Discovery«:
https://www.piper.de/buecher/mars-discovery-isbn-978-3-492-70513-4

Im Gespräch mit Olaf Brill über »Anker der Superintelligenz«, PRMS2, Band 11

Olaf Brill
PERRY RHODAN
MISSION SOL 2, Band 11
Anker der Superintelligenz

Science-Fiction, Heftroman, Hörbuch und E-Book, Pabel-Moewig Verlag KG, Rastatt, 6. August 2020, 64 Seiten, € 2,50, Titelbild: Arndt Drechsler

 

Alexandra Trinley: Olaf, was ist das herausragende Merkmal dieses Romans?
Olaf Brill: »Anker der Superintelligenz« war endlich mal ein Roman, der mitten im furiosen Finale einer Miniserie spielte, gemeinsam mit Band 12, Kai Hirdts »Der Chaopressor«. Das war natürlich ein besonderer Spaß – und eine entsprechende Verantwortung. Im Gespräch mit Olaf Brill über »Anker der Superintelligenz«, PRMS2, Band 11 weiterlesen

Zehn Fragen an Michael Marcus Thurner zu seinem Band 3083

Michael Marcus Thurner verrät im Interview, wer bei Fehlern im Heft Schuld trägt, und wie es mit seinem Projekt »Alte Eisen auf Reisen« weitergeht.

Michi, nach zwei Romanen mit Icho Tolot als Hauptheld hast du erneut einen Haluter als Protagonisten. Wie leicht fällt es dir, in die Psyche von Halutern einzutauchen?

Bouner Haad war für mich deutlich schwieriger zu »fassen« als Tolot. Den kenn ich einfach besser.

Zitat: »Täuschen und tarnen, lügen und betrügen – das war ihr Metier.«
Die cairanische Jägerin denkt so über die Terraner. Was würde ihr Perry Rhodan entgegnen?

Vermutlich so etwas wie: »Dasselbe könnte ich von Dir behaupten.«

Haluter, die im Sternenrad leben. Hm. Wie haben die Cairaner es geschafft, dass die Haluter sich fügen? Dass sie nicht ausbrechen und alles kurz und klein schlagen?

Haluter sind ja im Grunde genommen äußerst friedfertige Lebewesen. Es muss einen Grund geben, warum sie sich im Inneren des Sternenrads wohlfühlen.
Wir haben es bei den Cairanern ja nicht unbedingt mit Wesen zu tun, die wir als „schlecht“ bezeichnen würden. Sie leiden – aus terranischer Sicht – an Neurosen und Psychosen. Aber wahrscheinlich würde Perry mit einem beliebigen Konsul auf ein Bier gehen können und sich gut mit ihm unterhalten.

Äh … auf dem Boot … wenn die Cairaner das Gesamtgewicht der Schiffsinsassen kontrollieren, wären doch alle Versteckten aufgeflogen …

Willst Du mir etwa einen Logikfehler andichten?
Dieser Vorwurf zielt ins Leere. Selbstverständlich wären an einem Fehler im Text Redakteur, First Reader, Lektor, der für die Schlussabnahme zuständige Redakteur, der Korrektor, der Drucker und noch einige andere Stellen in der langen Kette bis hin zur Veröffentlichung eines PERRY-Romans schuld.
Aber sicher nicht ich.

Was meinst du? Sollten die Cairaner bei all ihren Verfehlungen ihr Ziel erreichen, ins Dyoversum überzuwechseln? Oder sollte man ihnen das Handwerk legen?

Trotz allem, was ich weiter oben über die Cairaner bereits gesagt habe, mag ich sie persönlich nicht. Sie haben mir eindeutig zu viel gelogen und betrogen. Ich wollte sie dafür nicht auch noch belohnen.

Wer hatte die Idee mit den Sexkontaktseiten?

Ich kann mich, ehrlich gesagt, nicht mehr daran erinnern, worum es geht. Aber im Zweifelsfall bin ich dran schuld.

Was bitte ist ein halutischer Explosionskäse?

Ich kann das Rezept leider nicht verraten. Ein paar Leute würden es vermutlich ausprobieren wollen, und ich kann nicht verantworten, dass überall auf der Welt Nuklearexplosionen passieren.

Du arbeitest gerade an dem Konzept samt Expos für den 2021 erscheinenden Minizyklus WEGA. WEGA war früher in Wien mal der Name einer polizeilichen Spezialeinheit: Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung. Wirst du dich von ihr inspirieren lassen?

Definitiv nicht.
Die WEGA hatte in Österreich übrigens einen – für eine Polizeieinheit – exzellenten Ruf.

Okay, und jetzt ernsthaft – gibt uns erste Hinweise.

Nein.
Ich bitte um Verständnis dafür. Es gibt zwar schon ein Grobkonzept mit einer Art Erzählstruktur, aber Klaus Frick und ich feilen noch an den Inhalten.
In fünf Wochen kommt eh der nächste PERRY von mir raus, im Rahmen des Interviews dazu kann ich Dir sicherlich schon mehr verraten.

Dein Projekt »Alte Eisen auf Reisen« hat dich unter anderem ans Nordkapp geführt. Du besuchst mit deinem Motorrad nicht nur die PR-Autoren, sondern auf Wunsch auch Fans, die dich unterstützen. Gib uns Details zu dem Projekt.

Die Nordkapp-Fahrt war meine »Trainingsreise« – und sie hat ihren Zweck voll erfüllt. Ich hab viel über mich selbst und das Herumvagabundieren herausgefunden. Vor allem hab ich begriffen, dass mir dieses Leben wirklich taugt und dass ich mit den Herausforderungen recht gut zurechtkomme.
Was die Details zur Reise nächstes Jahr betrifft: Puha, das ist nicht leicht. Corona gackt uns zur Zeit ganz schön ins Leben rein. Alles, was ich jetzt zu meinen Planungen sage, kann in einem halben Jahr schon wieder ganz anders aussehen.
Mein Plan ist, dass ich mir für die Monate April und Mai Zeit nehme und so viele PERRY-Stammtische wie möglich in D, Ö und CH besuche. Für mich ist das auch eine persönliche Herausforderung, weil ich nicht unbedingt der sozialste Mensch bin. Aber ich freu mich drauf, so viele Fans wie möglich zu sehen und mir anzuhören, was sie zur Serie denn so zu sagen haben. Ich möchte wie eine Art mobiler Seismograph unterwegs sein und Stimmungsbilder aufnehmen, auch mit dem Hintergrund des 60-Jahre-Jubiläums von PERRY RHODAN. Vielleicht ergibt sich danach ein besseres Bild für mich, wie die Fans ticken, wie die Serie ankommt, wo es Verbesserungsmöglichkeiten bei PERRY RHODAN gibt, was wir Autoren richtig oder falsch machen. Wohlgemerkt: Ich bin nicht im Auftrag der Redaktion unterwegs, es handelt sich um mein eigenes Ding.
Ich würde gerne auch Leser „erwischen“, die nicht unbedingt zu Stammtischen gehen. Wenn also Fans ohne besondere Fandom-Anbindung im April oder im Mai mit mir plaudern wollen, können sie sich gerne melden: scrapid@gmx.at.
Ich kann jetzt noch nicht versprechen, dass ich auf individuelle Wünsche eingehen kann. Aber ich gebe mein Bestes.

Michi, danke für deine Zeit.

Hier geht’s zum ebook und zur Lese- und Hörprobe:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9783845360836/perry-rhodan-3083-die-drei-haluter-von-michael-marcus-thurner-e-book-epub

Hier zum Heft:
https://perry-rhodan.net/shop/item/9999900005677/perry-rhodan-3083-die-drei-haluter-von-michael-marcus-thurner-heft

Hier zur Handlungszusammenfassung auf der Perrypedia:
https://www.perrypedia.de/wiki/Die_drei_Haluter

Hier zur Diskussion im Galaktischen Forum:
https://forum.perry-rhodan.net/viewtopic.php?f=4&t=12398

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